Sonntag, 13. Juli 2014

Sati(e)rische Geschichten ,,Kühe versus Moderne,, Dritte Eisode




                              
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Hallo und Willkommen auf meinem Blog zur
              Dritten Episode
aus meinen Sati(e)rischen Geschichten.



       Kühe versus Moderne

            Dritte Episode

Es ist Sommer und die Sonne steht mittags im Zenit. Sie lässt die Asphaltdecke der B96 wie eine spiegelglatte Wasseroberfläche wirken. Um diese Uhrzeit ist sie noch nicht so befahren. Nur einige Transporttrucks mit langen Anhängern rattern geräuschvoll über ihr hinweg. Rechts und links machen sich grüne Wiesen und Wälder breit, auf der schwarz-weiß gefleckte Kühe hinter Gattern genüsslich das Gras abrupfen und kauen. Nichts und Niemand kann ihre Ruhe stören. Wohlweislich hat Bauer Humus die Kälber von den Muttertieren getrennt, da die Paarungszeit beginnt.
Der Bulle Riechsalz schnaubt aufbrausend und lässt dabei seinen momentanen Lustgefühlen freien Lauf. Ein lautes muuuuuuh schallt über die grüne Wiese bis über die hohen Baumwipfel des Waldes hinweg. Sein Körper fühlt sich an wie statisch aufgeladen und verwandelt ihn in eine monströse Kampfmaschine. Bereit, um einen lauernden Gegner angreifen zu können, der ihm seine Favoritin ausspannen will. Demonstrativ hebt er seinen bulligen Kopf, auf dem zwei gewaltige, nach vorn gebogene Hörner signalisieren, dass er die Ansagen erteilt. Jetzt gilt es, das Revier als auch die Angebetete zu verteidigen. Nur er hat das Recht, Elsa zu bespringen. Vielleicht nehme ich nach Elsa auch noch eine Andere, denkt sich Riechsalz. Energien sind ja genügend vorhanden, um mir auch noch den Rest der Weiber zur Brust nehmen zu können. Sein Hirn ist jetzt total von Testosteron umspült und lässt keinen weiteren Gedanken mehr zu. Ich nehme mir erst einmal meinen Erzrivalen vor, sinniert er weiter. Der hat mir schon im letzten Jahr den Kampf angesagt und Gott sei Dank den Kürzeren ziehen müssen. Ich war, bin und werde der geilste Bulle hier auf dieser Weide sein. Ein stolzes Lächeln huscht kurz über sein Gesicht und weicht sofort einer zornigen Mimik. Auch diesmal möchte er erneut als stolzer Gewinner hervorgehen.  
Plötzlich steht dieser Kasimir vor ihm und fordert Riechsalz zum Ritual heraus. Leider fehlen ihm die Drohgebärden des Machtbesessenen und er versucht es mit Worten der Einschüchterung. „Alter, ich meuchle dich und werde dir zeigen wo der Hammer hängt“. Irgendwie passen seine Gesichtszüge nicht zu dem Gesprochenen. Riechsalz hält sich die Rechte  Vorderhufe vor seinen Bauch und beginnt höhnisch zu lachen. „Ich schmeiß mich weg, Kasimir“. „Dass bei dir der Hammer hängt, kann ich klar und deutlich erkennen“. „Komm schon, gib es mir, wenn du es drauf hast“. Riechsalz bekräftigt dies mit herausforderndem Winken seiner Vorderhufe. Kasimir weiß, dass er nicht den Hauch einer Chance gegen Riechsalz hat und winkt ab. „Lass gut sein, ich gebe auf“, winselt Kasimir und gibt klein bei. Genau das ist es, was Riechsalz erst richtig in Fahrt bringt. Er hasst Weicheier und Bullen, die nicht wirklich welche sind. Vielleicht ist er schwul?, denkt sich Riechsalz. Würde gut zu ihm passen. „Hör mal du Schwächling, stelle dich meiner Anwesenheit und lass es krachen“. „Hast du nun Eier oder nicht?“. Teuflische, grinsende, hinterhältige Blicke treffen Kasimir und erzeugen in ihm etwas, was er noch nie gefühlt hat. ANGRIFFSLUST und UNBÄNDIGE WUT. Er möchte Riechsalz unbedingt zeigen, dass auch er in der Lage ist, Kühe lustvoll zu bespringen. „Komm schon, komm, komm, komm“. Riechsalz neckt ihn so vehement, dass auch Kasimirs Testosteron Spiegel in immense Höhen steigt. Angetrieben von den Hormonen rennt er los und stolpert über einen ziemlich kantigen Stein. Durch den heftigen Aufprall seines leichten, abgezehrten Körpers fliegt er über die Gatter hinweg und direkt auf die Fahrbahn der B96. Ein herannahender LKW mit Anhänger überrollt Kasimir. Der Trucker konnte ihn auf der sonnengespiegelten, geteerten Oberfläche einfach nicht rechtzeitig erkennen. Erst das Rumpeln und Schwanken, welches den Truck fast umkippen ließ, lässt den Fahrer auf die Klötzer treten.
Paul entsteigt der kleinen Fahrerkabine, um sich zu vergewissern, was er gerade überfahren hat. Ihm bietet sich ein schauriges Bild von Blut und zerquetschten Körperteilen. Panik macht sich breit. Er will nur noch weg von hier. Angsterfüllte Augen blicken sich um und erkennen, dass sich kein weiterer Fahrer auf der B96 nähert, der als Zeuge dienen könnte. Paul rennt geistesabwesend, so als würde er verfolgt, zurück in sein Führerhäuschen und startet den Dieselmotor, der daraufhin laut aufheult. Kasimirs Überreste bleiben zurück und werden von den heißen Sonnenstrahlen langsam ausgetrocknet.
Riechsalz sieht dem Geschehenen mit einer gewissen Teilnahmslosigkeit zu. Kasimir ist ihm nicht wichtig. Was ihn wirklich ärgert, ist die Verhaltensweise des Truckers. Fahrerflucht ist das Allerletzte, und jedweder Gedanke daran steigert seine ohnehin schon maßlose Wut ins Unermessliche. Dir werde ich es jetzt zeigen Bürschchen. Ungeschoren kommst du mir nicht davon, geht ein aggressiver, rachebestimmter Gedanke durch sein Hirn. Riechsalz nimmt Anlauf, und seine kräftigen Beine lassen ihn über das Gatter springen. Sein muskulöser, übergroßer Körper baut sich vor der Fahrertür auf. „Alter, du wirst jetzt nicht einfach losfahren und so tun, als wenn nichts geschehen ist“. Riechsalz Stimme nimmt einen wütenden Unterton an. Paul glaubt, dass er vor Müdigkeit spontan eingeschlafen ist und böse träumt. Immerhin ist er schon fast vierundzwanzig Stunden am Fahren. Bis vierzehn Uhr muss die Ladung heute bei einer großen Firma abgeladen sein.
„Schau einer an, du fährst auch noch total übermüdet diesen Truck“. „Das ist Verantwortungslosigkeit ohne Ende“. Riechsalz kann seine Wut nicht mehr im Zaum halten und öffnet schwungvoll die Fahrertür. Mit seinen harten, metallenen Hufen tritt er so heftig nach Paul, dass sein gesamter Körper an mehreren Stellen aufplatzt. Aus den Wunden stark blutend sackt Paul hinter seinem Steuer zusammen. Eine riesige Lache bildet sich vor seinem Sitz und verteilt sich bald sehr schnell im kleinen Fahrerhäuschen. Durch den hohen, plötzlichen Blutverlust hört das Herz von Paul auf zu schlagen. Seine Seele wandert in das große Trucker Universum und fährt dort weiter auf der B96.
Ein zufriedenes Lächeln macht sich in Riechsalz Gesicht breit, während er langsam am Gatter entlang trabt und sehnsüchtig nach seiner Elsa Ausschau hält…
© Marlies Hanelt 13.Juli2014     

Demnächst auf meinem Blog weitere sati(e)rische Geschichten.
Tiere rächen sich beim Menschen auf vielfältige Weise...     





  

    





     



 

Samstag, 12. Juli 2014

Sati(e)rische Geschichten. Hund, Katze, Meerschweinchen. Zweite Episode. Rache ist süß.


                                                               

                         
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Willkommen auf meinem Blog

Hier nun die zweite Episode aus meinen sati(e)rischen Geschichten. Mehr ist in Arbeit. Überall steckt irgendwie ein wahrer Kern drin...




Hund, Katze, Meerschweinchen
          Zweite Episode
           Rache ist süß
Jeden Tag dasselbe, morgendliche Ritual. Die ganze Familie sitzt um den Frühstücktisch herum. Jeder hat seinen Lieblingsplatz, den er auch mit speziellen Sitzkissen ausstaffiert hat. Sie sollen sich schon sehr individuell von den monotonen Küchenholzstühlen abheben. Der Vater legt großen Wert auf ein Eiermotiv. Die Mutter bevorzugt hingegen etwas Florales. Für die beiden Kinder kommt nur ein Science-Fiction Muster in Frage. Captain Kirk, Spock und Pille haben es ihnen gewaltig angetan. Selbstverständlich ist auch die passende Leibspeise für jeden künstlerisch auf dem Tischdeckchen drapiert. Die Brötchen liegen nicht wie gewöhnlich in einem Körbchen, sondern finden Anwendung auf einem großen Teller als Buchstabenkombination. Die Butter, geformt als Hundemotiv, findet Platz auf einem Unterteller, der vorher zu einer Tasse gehörte. Selbst die Marmelade genießt ein Dasein in einer dekorativen Schale, in der man eher Blumen erwarten würde. Ein länglicher Topf aus Keramik, mit kleinen Hunden auf dem Deckel, bietet Unterschlupf für die warmen Würstchen. Selbst der Senf wird nicht einfach nur aus einer Tube gequetscht. Nein, die Mutter hat die langen Pasten Stränge als Katzenstatue auf einem dazu passenden Teller platziert. Alles soll im Auge des Betrachters den Eindruck erwecken, dass diese Menschen Tiere über alles lieben.
Die Familie genießt das Frühstück und schaufelt so viel in sich hinein, als gäbe es kein Morgen mehr. „Sag mal Peter, du hast doch Morgen deinen 12. Geburtstag“, beginnt der Vater noch kauend und nuschelnd das Gespräch. „Was wünschst du dir eigentlich?“. Er sieht seinen Erstgeborenen mit gespannter Mimik an. „Einen Hund, eine Katze und ein Meerschweinchen“, kommt es wie aus der Pistole geschossen. Der Vater muss inne halten, um nicht los zu prusten vor Lachen. „Hör mal, drei Dinge auf einmal gehen nun wirklich nicht“. Ein überzeugendes Lächeln bekräftigt seine klare Ansage. „Vor allem, wo sollen die Tiere untergebracht werden, und wer kümmert sich um Pflege und Nahrung?“. „Zudem muss der Tierarzt bezahlt werden, wenn es notwendig wird“. „Kannst und willst du dieser Verantwortung Rechnung tragen?“. Eigentlich erwartet der Vater keine Antworten auf die vielen Fragen, da er seinen Sprössling besser kennt, als irgendjemand Anderer.
Trotzdem möchte er seinem Sohn insgeheim  diese tierischen Wünsche nicht einfach abschlagen. Zur Not können immer noch die Eltern einspringen. Der Vater blickt über die kleinen, runden Gläser seiner heruntergezogenen Brille und zwinkert seinem Sohn zu. „Mal sehen, was ich machen kann“. „Lasse dich überraschen“. „Vielleicht bekommst du auch nur eine kleine Schildkröte für den Anfang“. Grabesstille in der Küche. „Die macht nicht so viel Arbeit, und du kannst dann beweisen, wie du das mit der Verantwortung dem Tier gegenüber siehst“. Vaters Gesicht nimmt einen ernsten Ausdruck an. Die Sachlage scheint geklärt, und die Familie erhebt sich vom Frühstückstisch. Jeder von ihnen geht nun den alltäglichen Aktivitäten nach. Mutter besorgt die haushaltstechnischen Dinge und Vater fährt mit dem PKW zur Arbeit. Die beiden Kinder besuchen noch die örtliche, kleine Grundschule.
Die Uhr in Vater Johanns Büro zeigt 16Uhr an. Feierabend für heute, denkt er sich. Jetzt noch in die nächstliegende Kleinstadt fahren, und im Laden für Kleintiere das passende Geburtstagsgeschenk aussuchen. Sohn wird sich wundern, was er Morgen erblickt. Einen Versuch ist es wert, sinniert Vater Johann vor sich in. Ich möchte Peter die Möglichkeit bieten, Verantwortung für Tiere zu übernehmen. Immerhin ist er alt genug dafür. Vater Johann betritt das Geschäft mit einer gewissen Vorfreude als auch Anspannung. Ach was, alles wird sich irgendwie fügen.
Der freundliche Verkäufer der Zoohandlung beginnt sogleich sein monotones Kundengehabe. „Was kann ich für sie tun?“, kommt die erste Frage. „Haben sie einen bestimmten Wunsch nach einem besonderen Tier, oder soll es doch nur ein Hund, Katze oder Hamster sein?“. „Meerschweinchen sind gerade im Angebot, da sie sich wie irre vermehrt haben“. Der Händler blickt Johann an und labert ihn förmlich zu, ohne auch nur eine einzige Antwort abzuwarten. „Ich könnte ihnen einen Kurzhaardackel wärmstens ans Herz legen“. „Kürzlich hat mir jemand eine Siamkatze zur Pflege gegeben, weil er in Urlaub gefahren ist“. „Bis heute hat er sie leider nicht abgeholt“. „Wenn sie sich ihrer annehmen, würde ich ihnen sehr dankbar sein“. „Ansonsten bleibt nur noch das Tierheim übrig“. Um den Redeschwall des Typen hinter dem Ladentisch zu beenden, willigt Vater Johann ein, den Kurzhaardackel, die Siamkatze und auch noch ein Meerschweinchen dazu zu nehmen. „Sie sind ein wahrer Tierfreund“, bedankt sich der Händler und reicht Vater Johann besagte Tiere, die in enge Käfige gezwängt sind, über die Ladentheke. „Was kostet es mich, wenn ich noch passendes Futter, Streu und Pflegematerial dazu nehme?“. Der Händler denkt kurz nach und überschlägt die Preise. Er ist froh, endlich nach so langer Zeit überhaupt wieder etwas verkauft zu haben. „500 Euro, alles inklusive“. „Hört sich fair an“. Johann zückt sein Portemonnaie und zieht zehn Fünfziger heraus, die er vorher an einem Geldautomaten von seinem Konto abgehoben hat.
Bepackt wie ein Lastesel, aber dennoch zufrieden über den gelungenen Geschäftsabschluss, stapft Johann mit den drei Käfigen zu seinem PKW. Er entriegelt die Türheber mit der Fernbedienung und öffnet die hintere Wagentür, um die Käfige auf der Rückbank abzustellen. Nachdem sich Johann beschwingt im Fahrersitz niedergelassen und angeschnallt hat, startet er das Gefährt. Während der Fahrt nach Hause trällert er ein fröhliches Liedchen vor sich hin und bekommt erst gar nicht mit, wie zarte Stimmchen versuchen, sich den Weg über sein Trommelfell zu bahnen. „Johann, was hast du mit uns vor?“, wispert die Siamkatze unaufhörlich. Der Kurzhaardackel schläft und schnarcht leise. Das Meerschweinchen blickt zur Katze herüber und stimmt ihr in dieser Fragestellung zu. „Ja, Johann, was hast du mit uns vor?“. „Wir möchten nur einen respektvollen Umgang gepaart mit sehr viel Liebe, der uns noch eine restliche, schöne Lebenszeit beschert“. „Sollte uns dies nicht zu Teil werden, reagieren wir dementsprechend“. Vater Johann antwortet nicht, da er immer noch laut singt und sich beim Fahren auf die Straße und Verkehrsschilder konzentrieren muss. Das Siam Kätzchen wird nun etwas lauter und deutlicher. „Hör mal Johann, wenn du uns ignorierst, hat das böse Folgen für dich“. „Letztendlich trägst du als Oberhaupt der Familie die eventuellen Konsequenzen aus allen negativen Reaktionen deines Sohnes“. „Wir wissen, wo du hin willst und wer uns betreuen soll“. „Meine Eingangsfrage war nur banal daher geschwafelt“. „Antworte uns jetzt endlich“. Die Mimik im Gesicht der kleinen Siamkatze nimmt jetzt einen diabolischen Ausdruck an und unterstreicht damit die ernst gemeinten Fragen. Johann reagiert immer noch nicht. In seinem Kopf laufen nebenbei die Vorbereitungen für den Geburtstag seines Sohnes ab. Getränke als auch Dekorationen für das Wohnzimmer besorgen. Lampions, Lichterketten und Girlanden sollen es unbedingt sein. Irgendwie schweben ihm noch Papierbuchstaben vor, um den Namenszug seines Sohnes auf die Girlanden zu kleben. Kreativität war schon immer seine starke Seite. Basteleien jedweder Art gleichen sein stupides Bürodasein aus und lassen es jeden neuen Tag nicht prioritär erscheinen. Johann freut sich schon diebisch wie ein großes Kind auf das bevorstehende Geburtstagsereignis. Ein leichtes Lächeln macht sich auf seinem Gesicht breit. Er liebt dieses Gefühl der Vorfreude und kann es eigentlich kaum noch erwarten, in die strahlenden Augen seines Sohnes zu blicken. Auch wenn es erst Morgen sein wird. Sein Puls rast.
„Nun gut, Johann, du hast es so gewollt“, spricht die Siamkatze, und ihre hypnotisierenden, stechenden Blicke treffen Johanns Rücken. Johann fährt jetzt nicht mehr konzentriert, da er durch seine Gedanken abgelenkt ist. Oder beginnen die Hypnosebefehle der kleinen Siamkatze bei ihm zu wirken?. Über telepathischem Weg spricht sie ihn an. „Johann, du kannst gar nicht Auto fahren“. Siam Kätzchen atmet tief ein und aus und entspannt sich. „Du weißt nicht, wie das geht“. „Hast überhaupt keine Ahnung von Verkehrsregeln“. Immer und immer wieder wispert sie diese Sätze, bis…..
…Johann langsam müde wird und das Steuer verreißt. In diesem Moment schwinden seine Sinne völlig, und der Wagen gerät ins Schlingern. Mit voller Wucht prallt er frontal gegen eine Ampelanlage, und das Gefährt wird von der Kühlerhaube bis zur Rückenlehne des Fahrersitzes zusammengedrückt. Das Lenkrad ist so stark verbogen, dass die Lenkradstange sich durch Vater Johanns Herz bohrt. Nur die Tiere in ihren engen Käfigen bleiben unversehrt. Johann wird den Geburtstag seines Sohnes nicht mehr erleben. Siam Kätzchen schnurrt wohlig, und ein hämisches, zufriedenes Grinsen macht sich auf ihrem Gesicht breit…
© Marlies Hanelt 12.Juli2014  
       




  

    





Dienstag, 8. Juli 2014

Sati(e)risches. Wenn Tiere schießen würden...


                              
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Hallo ihr lieben Blogleser

Wieder etwas aus meiner Feder. Gerade frisch aus der Wordpresse auf den Blog gewandert.

Natürlich hat diese belletristische Geschichte einen Hintergrund. Tiere sollte man keinesfalls, aus welchem Grund auch immer, einfach nur töten.   

Menschliche Bedürfnisse können auch auf eine andere Weise befriedigt werden. Das Töten von Tieren gehört jedenfalls nicht dazu...

Vielleicht rächen sich diese dann?. Lest also selbst, was mir dazu eingefallen ist.

 



            Sati(e)risches
   Wenn Tiere schießen würden…
Peter ist ein Hobbyjäger, der sich genau so wie alle seiner Gattung, an die Jagdzeiten zu halten hat. Bislang hat er sich auch immer strikt daran gehalten. Jedoch kribbelt es vehement  in seinem rechten Zeigefinger, so als würde er diesen direkt am Abzugshahn seines Schrotgewehres halten. Es ist immer das gleiche Prozedere, nur jedes Mal eine andere Beute und erneute Anspannung. Nur schon alleine der Gedanke an Jagd lässt seinen Puls schneller rasen. Zudem ist heute sein 35. Geburtstag, und er möchte sich ein persönliches Geschenk machen. Ein Zwölfender sollte es schon sein. Peters Augen beginnen zu leuchten, als sich dieser Gedanke in seinem Hirn langsam aber sicher manifestiert und von  einem erotischen Gefühl begleitet wird. Das Jagdfieber ist für ihn eine Art von sexueller  Lustbefriedigung. Quasi Jagdtrieblustbefriedigung. Peter weiß, dass jetzt Brunftzeit der Hirsche ist und jedweder Schuss mit einer hohen Strafe geahndet wird. Sein Trieb drängt  jedoch auf alsbaldige Erfüllung und setzt seinen logischen Verstand außer Gefecht.
Er gönnt sich noch einen kleinen  Creoles Cream mit zwei Oliven und greift sich sofort die Flinte nebst Lederbeutel mit dem Schrot aus seinem Glasschränkchen. Es ist nicht die einzige Waffe, die er sein Eigen nennt. Ein Waffennarr und Hobbyjäger wie er im Buche steht. Im Strafgesetzbuch? Da ist es wieder, das Gefühl von Macht. Ist es nun das übertriebene, menschliche Machtgehabe oder die Lust am Jagen, die seinen gesamten Körper in Wallung bringt und sein Gehirn auf ein Minimum an Denkvermögen reduziert?.
Peter schreitet in Vorfreude aus seiner Holzhütte, die er extra für diese Zwecke von einem guten Freund gekauft hat. Der verschlungene Weg führt ihn direkt bis zu seinem grünen Pickup Truck. Operation verdeckt, heißt seine Devise. Er weiß, dass er sich gesetzlich auf sehr dünnem Eis bewegt. Ein zufriedenes Grinsen macht sich dennoch auf seinem Gesicht breit. Das Licht der untergehenden Sonne, das zaghaft durch die Blätter der Bäume linst, lässt es fast diabolisch wirken. Peter dreht den Zündschlüssel nach rechts und startet den Motor, der daraufhin mit einem fürchterlichen Getöse aufheult. Das synchronisierte Getriebe setzt den Wagen in Bewegung. Nur sehr langsam holpert der Pickup über den sandigen, mit Wurzeln gespickten Weg bis zu einer Waldlichtung. Peter stoppt und würgt den Motor ab. „Scheiße, nicht schon wieder!“, raunt er wutentbrannt und schaut dabei auf die Tankuhr. Der Zeiger steht ganz links und bewegt sich keinen Millimeter mehr nach rechts. „Die Reserve ist also auch aufgebraucht“, wettert er temperamentvoll weiter. „Meine Geilheit lässt mich also auch schon das Nachtanken vergessen“. „Na super“. „Peter reiß dich jetzt zusammen und versuche dich auf das Wesentliche zu konzentrieren“. „Einen Zwölfender erlegen und dem ortsansässigen Fleischer zum Ausweiden und Verkauf anbieten“. „Wirst du das hinbekommen?“, fragt er sich wie immer selbst, wenn die Situation es erfordert. Peter greift nach seiner Flinte und dem Lederbeutel. Beides hat er auf dem Rücksitz deponiert. Als Peter im Begriff ist auszusteigen, nähert sich majestätisch ein gewaltiger Hirschbulle, der es offensichtlich auf ihn und den Pickup abgesehen hat. Plötzlich bleibt der Bulle abrupt stehen und sieht Peter aus seinen dunklen, großen Lichtern zornig an, so als würde er gleich etwas sagen wollen. Peter stockt der Atem, und er ist in diesem Moment zu keiner Regung fähig. Auch er schaut den Bullen von Angesicht zu Angesicht mit geweiteter Pupille starr an. Er kann den Blick einfach nicht abwenden. Faszination gepaart mit sexueller Erregung machen sich in Peters Körper dominant breit. Was jetzt geschieht, könnte aus einem Buch von Dr. Doolittle stammen.
Was Peter jetzt vernimmt, lässt ihn schier an seinem  Verstand zweifeln. „Alter, was hast du mit diesem Gewehr vor?“, fragt ihn der Hirsch und bewegt Tatsache sein Maul simultan zu diesen Worten. Peter glaubt zu halluzinieren und schüttelt ablehnend den Kopf, als wolle er nicht akzeptieren, was er glaubt zu hören. „Blödsinn, das kann einfach nicht sein“. „Was kann nicht sein?“, fragt der stolze Bulle weiter. Schließe einfach deine Augen und öffne sie wieder. Dann steht vor dir ein ganz normaler Hirsch. Dein Gehirn ist einfach durch die Geilheit überfordert und spielt dir einen ziemlich bösen Streich, sinniert Peter in sich hinein. Er hält die Flinte im Anschlag, als der Bulle etwas näher kommt und erneut spricht. „Hör mal, wenn du das Ernst meinst, wehre ich mich“, flötet der mit einem wütenden Ausdruck auf seinem Gesicht und gibt dabei ein lautes Röhren von sich. Peter versucht das alles zu ignorieren. Frei nach dem Motto, was nicht sein darf, hat nicht zu sein. Diesen Moment nutzt der Bulle, um zum Angriff überzugehen. Nur noch ein paar Meter trennen die Beiden. Blitzschnell hakt sich der Zwölfender mit seinem Geweih in die Mulde des Abzugs ein und entreißt Peter die Flinte, dreht diese herum und zielt auf den Hobbyjäger. Jetzt solltest du wegrennen oder zusehen, dass du aus diesem Albtraum erwachst. Da steht kein Hirsch vor dir, der zudem noch mit dir redet. Alles ist nur Einbildung und entspringt deiner geilen Fantasie, redet sich Peter ein und versucht sich damit zu beruhigen. „Ich werde dich meucheln, du Stück Dreck“, spricht der Bulle jetzt mit einem höhnischen Unterton. „Aber bevor ich abdrücke, hast du noch einen Wunsch frei“. „Überlege nicht allzu lange, sonst geht es dir sehr schlecht“. „Ähem, ja, äh….“, stottert Peter, und ihm will spontan nichts in sein ohnehin schon überfordertes Gehirn kommen. „Ich gebe dir nur maximal zwei Minuten, und wenn dann keine klare Ansage von dir kommt, driftet deine Seele ins Universum“, röhrt der Bulle wütend und schaut dabei auf seine Rolex. Auch das noch, denkt sich Peter. Jetzt sehe ich schon einen Hirsch mit ner‘ Rolex. Keine Ahnung, wohin das noch führt. „Was soll ich sagen“, fährt Peter endlich mit zittriger Stimme fort und würde am Liebsten die Zeit anhalten. Der Bulle entsichert die Flinte mit einem geräuschvollen Klick und will abdrücken, als Peter noch rechtzeitig seinen Wunsch äußert. „Bitte lieber Hirsch, ich möchte  nie wieder eine Waffe gegen ein Tier richten müssen“. „Befreie mich von dem Zwang, jemals wieder kaltes Metall anfassen zu wollen“, fleht Peter mit leiser Stimme.
Zu spät. Der Bulle kann Peters letzten Wunsch nicht hören, der in der kalten, dunklen Nacht verhallt und daraufhin verstummt.  
                 -ENDE-  
© Marlies Hanelt 8.Juli2014      
          

Hund Katze Maus Geplauder, ist der Titel der nächsten Geschichte.
Bin selbst schon gespannt, was mir dazu einfällt. Zwinker.
Eure Admine  Marlies