Dienstag, 7. Oktober 2014

TRAURINGE MIT GARANTIE?. Aus meiner surrealistischen Belletristiksammlung.

                             
            
                         
(Pictures made by WORD)



                       Hallo meine lieben
                          ---BLOGLESER/INNEN---

Es gibt wieder einmal eine interessante, surrealistische Geschichte, über die man durchaus etwas nachdenken sollte.





                TRAURINGE MIT GARANTIE?
Seit langer Zeit bewohne ich eine kleine Zweizimmer Wohnung in einem Haus im Randgebiet von Berlin. Nicht dass ich dort alleine leben würde, denn eine Großfamilie hat es sich unter mir ziemlich gemütlich gemacht. Mit dem ganzen Schnickschnack, den die Einrichtungsvielfalt zu bieten hat. Erst gestern haben sie mich zum Brunch eingeladen, und ich konnte mich von ihrem Pomp und Luxus überzeugen. Ich komme auch gleich mit dem Vater ins Gespräch, da ich offen auf die Menschen zugehe. „Willkommen in unserem Domizil, Frau Mustermann“, begrüßt er mich mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht und reicht mir seine große, warme Hand, die mich irgendwie an eine riesige Maurerkelle erinnert. Zum Einstand wird roter Sekt mit Rosenblättern in schlanken Gläsern gereicht, den ich auch sofort genüsslich in einem Zug leere. „Möchten sie noch einen Schluck des süffigen Getränks?“, fragt mich der Vater und grinst schelmisch. Er wartet die Antwort erst gar nicht ab, sondern schenkt einfach nach. Versuche mich zwar dagegen zu wehren, jedoch ist er einer von der schnellen Spezies, wenn es ums Bewirten geht. Er selbst hat noch keinen Tropfen des wohlschmeckenden Getränks intus.
Erst jetzt beichtet mir Herr Müller, dass er schon seit Jahren trockener Alkoholiker ist und es auch bleiben will. Durch die Therapiegruppe –Leben ohne Alkohol- hat er gelernt, wie man widersteht und sich nicht von dem teuflischen Alkohol verführen lässt. Allerdings hat er sich von seiner Frau verführen und um den Finger wickeln lassen. Zur bevorstehenden Trauung schweben ihr Eheringe vor, die nicht ganz billig sind. Eingefasster Einkaräter in Platinkrone in einer Liaison mit zehn weiteren kleinen Diamanten, die dem Ring eine gewisse Eleganz bescheinigen. Das Gegenstück besteht wiederum nur aus neunhundertfünfundachtziger Gelb Gold, deren Rahmen nur durch die Lilienförmige Ziselierung besticht. Exakter Preis, sechstausend einhundert achtzig Euro. Selbst für Herrn Müller nicht unbedingt ein Schnäppchen. „Ich weiß nicht was ich machen soll!“, setzt er das Gespräch fort. „Meine Gattin hat es sich in den Kopf gesetzt, und ich kann sehen woher das Geld kommt“. „Ratenzahlung hat der Juwelier leider nicht angeboten“. „Noch nicht einmal einen Check akzeptiert er“. „Das Einzige wofür diese Eheringe stehen, ist die Langlebigkeit und Garantie für den Bestand der Ehe“. Herr Müller macht in diesem Moment ein besorgtes Gesicht, und Tränen der Hoffnungslosigkeit wollen aus seinen Augenwinkeln kullern. Eheringe, die eine Garantie und Das Versprechen auf immerwährendes Miteinander vorgaukeln, denke ich und runzle meine Stirn. Irgendwie wirkt mein Gesichtsausdruck abwesend, als mich Herr Müller beiseite nimmt und  seinem Ärger über diese blödsinnige Garantie vollen Ausdruck verleiht. Wie ein Besinnungsloser hämmert er mit beiden Fäusten auf die appetitlichen Speisen ein, so dass diese kurz von ihren ovalen, silbernen Dekor Platten hüpfen und zu Boden fallen. Völlig in ihrer Struktur aufgelöst liegen sie unsortiert auf dem farbenfrohen Flokati und bilden eine Art Landkartenmuster.
Dies wirkt so urkomisch, und ich lache im selben Moment aus vollem Hals los. Brülle so laut, dass die leeren Sektgläser zerspringen und die Splitter ebenfalls zu Boden sausen. Herr Müller blickt fassungslos, nachdem sich seine Aggression etwas gelegt hat, auf das vor ihm liegende Trümmerfeld und ist zu keiner Bewegung fähig. Wie einbetoniert verharrt er so einige Minuten, bis erneut Wut in ihm hochkriecht. Herr Müller greift nach dem Brotmesser und sticht wie geistesabwesend auf die am Boden liegenden Speisen ein. Immer wieder setzt er an und kann einfach nicht aufhören. Genau in diesem Ablauf des Spektakels erscheint seine Frau und labert ihn zu. „Schatz, ich habe uns etwas besorgt“, triumphiert sie mit völliger Gelassenheit, so als würde sie das Durcheinander gar nicht wahrnehmen. Sie zieht ein kleines, weißes Kästchen aus ihrer Lederumhängetasche und öffnet es. Zwei Eheringe, von denen der eine nur so vor Diamanten strotzt, funkeln Herrn Müller entgegen. „Ich habe das Geld hierfür von deinem Konto abgehoben und uns diese preiswerten Eheringe besorgt“, fährt sie mit belustigtem Unterton fort. Herr Müller glaubt in einem Horrorstreifen mitzuspielen und agiert dementsprechend. Wie von einem Dämon besessen erhebt er den Arm, in dessen Hand die Brotmesserklinge blitzt. Unkontrolliert sticht er auf seine Frau ein und lässt erst von ihr ab, als sie tot und blutüberströmt am Boden liegt. Plötzlich erwacht Herr Müller aus seinem Trancezustand und blickt konsterniert auf seine auf dem Flokati liegende, mausetote Frau, die eigentlich bald seine Ehefrau werden sollte. „Was habe ich nur getan?“, ist das Einzige was noch über seine Lippen kommt.
Was für ein gelungener Tag, denke ich und versuche Herrn Müller irgendwie abzulenken, indem ich ihm ein Gläschen mit dem aromatischen, prickelnden Sekt reiche, was er dankend annimmt und sofort austrinkt. Glücklich, aber wieder zum Alkoholiker geworden, geben wir uns Beide noch die Kante….
FAZIT
Nichts aber auch gar nichts gibt eine Garantie auf eine immerwährende Ehe, oder doch?. Es sind die kleinen Dinge im Leben, die das Herz erfreuen und uns miteinander glücklich werden lassen.
© Marlies Hanelt 7.Oktober2014        

       

   

Mittwoch, 1. Oktober 2014

PAPPI, WO KOMMT DIE BUTTER HER?. Neues aus meinem surrealistischen Belletristiklabor


                           

 (Picture made by Paint)

Hallöchen und ein belletristisches Willkommen in meinem 
                --  BLOGREICH --

Erneut ist mir etwas durch mein Gehirn gegeistert. Und zwar diese surrealistische Belletristikgeschichte.

TIPP von mir. Erklärt euren Kindern um Gottes niemals in dieser teuflischen Weise, denn es geht auch normal. Zwinker. 



                        Pappi, wo kommt die Butter her?...

Peter sitzt neben seiner Tochter Kerrygold am Wohnzimmertisch, um ihre Schulaufgaben zu beaufsichtigen. Sie muss für den nächsten Tag einen Aufsatz über die Herstellung von Butter schreiben. Seit mindestens zwei Stunden brütet sie über einem leeren Stück Papier. Ihr will einfach nichts einfallen. Ja wie auch!. Immerhin war sie noch nie in einer Fertigung dabei. Peter ist schon etwas nervös, zuckt mit dem Auge und rutscht pausenlos auf seinem Schemel hin und her. „Hör mal Kerrygold, ich dachte ihr hättet im Unterricht schon einige Informationen darüber erhalten?“, prustet er völlig außer sich heraus und blafft sie an. Sein Atem stinkt nach Knoblauch und Schwefel. Kerrygold muss sich angewidert die Nase zuhalten und zur Seite drehen. Das entgeht Peter natürlich nicht, worauf er noch wütender reagiert. „Liebes Kind, zeige mir bitte etwas mehr Respekt, damit das klar ist!“. „Wenn du so weiter machst, gibt es heute am Abend keine Butter aufs Brot, klare Ansage!“. Womit wir wieder beim Thema wären, denkt sich Kerrygold und schmunzelt in sich hinein. „Was lachst du so dämlich?“, ereifert sich Peter, und sein Gesicht nimmt dämonische Züge an. „Na dann sag du es mir, mein sehr verehrter Herr Erzeuger“. Die Kommunikation zwischen den Beiden nimmt jetzt teuflische Formen an und beginnt zu eskalieren.
„Pah, du weißt es also auch nicht“. „Wie tröstlich für mich zu wissen, dass auch du die Intelligenz nicht gerade mit dem Löffel gefressen hast“, donnert sie Peter mit harscher Stimme an und bleckt ihre Zunge. Peter glaubt nicht was er da sieht. Das kann doch wohl nicht meine gut erzogene Tochter sein?, fragt er sich missmutig. Seine Augen beginnen sich zu verformen und nehmen eine rote Farbe an, aus denen grelle Funken sprühen. Aus der runzligen Stirn wachsen kleine, korkenzieherförmige Hörner, die immer länger werden. Das gesamte Wohnzimmer ist plötzlich von einem höllischen, tiefen Brummen erfüllt und Rauch wabert durch die Gefilde. Beißender Qualm, der es Kerrygold unmöglich macht durchzuatmen, dringt tief durch ihre weitgeöffneten Nasenlöcher.
Peter mutiert zu einem Zombie. Er schnaubt, grunzt und gibt ein furchteinflößendes, markerschütterndes Gebrüll von sich, so dass Kerrygold fast das Herz stehen bleibt. In diesem Moment der Fassungslosigkeit kann sie sich nicht mehr bewegen und verfällt in eine Art Körperstarre. Sie muss förmlich zusehen, was ihr einstiger Vater jetzt mit ihr veranstaltet. „Ich mache dich jetzt zu dem, was dir nicht gefallen wird“. Seine Stimme hört sich irgendwie metallisch an, so als würde sie von einer Computerstimme gesprochen. Hinzu kommt noch ein grausames Näseln. Blut tropft aus seiner Nase und verwandelt sich in Butter. Gleichzeitig deutet der monstergewordene Peter mit seinen langen, knochigen Fingern auf Kerrygold und spricht einige Zauberworte aus. Hört sich an wie, „Zu Butter sollst du werden, KERRYGOLD“. Das Summen und Brummen wächst zu einem ohrenbetäubenden Lärm an, und KERRYGOLD beginnt sich zu drehen. Erst langsam und dann stetig immer schneller werdend, bis sie fast nicht mehr in ihrer ursprünglichen Gestalt zu erkennen ist. Abrupt endet der Schleudergang und ein Berg Butter hat sich neu geformt. Auf Kerrygolds Stuhl nimmt nun dieser durchaus geschmackvolle Brotaufstrich platz. Nichts aber auch gar nichts lässt darauf schließen, was er einmal wirklich war. Dem Monster Peter entfährt ein tierisches, gellendes Lachen. „Nun, jetzt weißt du endlich, wie man köstliche Butter herstellt, meine liebe KERRYGOLD“. Mit sich und seiner einzigartigen, faszinierenden Demonstration zufrieden, woher die Butter kommt, verwandelt sich das Monster zurück in Peter. Ob er den Butterberg auch wieder in Kerry zurückverwandeln kann, bleibt offen. Wer weiß! ... Wunder gibt es immer wieder.  
©Marlies Hanelt 1.Oktober2014    
Viel Lesevergnügen wünscht eure Admina Marlies Hanelt 

       

Dienstag, 30. September 2014

-MATRATZENVIELFALT- aus meiner surrealistischen Belletristik-Kiste


                         
(Bild ohne Text von Pixabay)
http://pixabay.com/ 



                  Willkommen in meinem

                               BLOGREICH

                       zu einer weiteren

SURREALISTISCHEN BELLETRISTIK
                   GESCHICHTE
Humor ist bei mir immer angesagt, weil dieser den Alltag erträglicher macht.



Matratzenvielfalt
Wer kennt sie nicht, diese wundervollen Matratzen in verschiedenen Breiten und Stärken?.  Sie bescheren uns, angepasst an das Körpergewicht, eine erholsame Nacht, und lassen uns am Morgen erfrischt aufstehen. Sie  trennen uns nur wenige Zentimeter vom hölzernen, harten Lattenrost, der eben ohne diese noch nicht einmal ansatzweise auszuhalten wäre. Der Rücken täte uns weh und  würde höllisch schmerzen. Ganz zu schweigen vom Kopf, der ja an keiner Stelle gepolstert ist. Jedoch ist es bei diesem Überangebot nicht einfach, die richtige Wahl zu treffen. Immerhin will die Firma, deren Verkäufer sich anbiedern, Umsatz machen und wenn möglich diesen noch steigern. Das geschulte Personal handelt auf Anweisungen der Chefetage und wirkt manchmal sehr überzeugend mit Werbesprüchen auf den Käufer ein. Besser noch, er wird eingelullt. Das kann dazu führen, dass er eine Matratze aufgeschwatzt bekommt, die er eigentlich gar nicht vor hatte für sich individuell zu erstehen. Es kommt dann zu einem Fehlkauf, der sich erst im heimischen Bett auswirkt.
Genau das ist mir kürzlich passiert. Im Kopf habe ich eine zwanzig Zentimeter hohe, zwei Meter breite Matratze, die mit gleichmäßigen Hohlräumen ausgestattet ist. Kaltschaummatratzen definitiv. Nichts mit diesen herkömmlichen Stahlfedern, die einem irgendwann einmal den Rücken durchbohren. Alles schon erlebt. Seitdem plagen mich chronische Rückenschmerzen, eben genau an den Stellen, wo es zu dieser Federkernattacke kam.
Stehe also vor dem gut angezogenen Verkäufer eines allseits bekannten Bettenlagers. Immerhin möchte der Verkäufer mit seinem Outfit Eindruck schinden und nicht mit der Ware. Sofort labert er mich zu, als ich ihm meinen Matratzenwunsch mitteile. Ohne auch nur ansatzweise einmal mit seinen Infos zu pausieren, ereifert er sich und gestikuliert zusätzlich mit seinen Armen wie wild in der Luft herum. Es scheint mir so, als hätte er zu Beginn einmal kräftig eingeatmet und wird nach Ende seiner Show ausatmen. Nicht so konstruktiv, denn sein Körper beginnt zu flattern und das Gesicht läuft rot an. Jetzt verdreht er auch noch die Augen. Bevor er in Ohnmacht fallen könnte, muss ich unbedingt einschreiten. „Guter Mann, jetzt entspann‘ se doch mal und kommen so langsam wieder runter“, versuche ich ihn zu besänftigen. „Wenn sie der Meinung sind, dass dieses dünne Tuch zum Aufblasen letztendlich eine Matratze darstellt, kaufe ich diese logischerweise“, setze ich noch einen drauf. Es scheint offensichtlich zu wirken, denn seine ganze Gestalt nimmt wieder einen normalen Status Quo an. Also, sabbeln, flöten, babbeln, ohne jedwede Nebenwirkungen. „Diese total moderne Matratze im Gewand eines dünnen Tuches ist der letzte Schrei“. „Sie können es problemlos und an jedem Ort sofort aufpusten“. „Nicht nur dass, das Tuch passt sich jeder Bettgestell Größe an“. „Sie schlafen wie auf Wolken“. „Jedes Tuch ist ein Unikat, so individuell wie sie es sich wünschen“. Um den Typen nicht schon wieder kurz vor einer Ohnmacht stehen zu lassen, kaufe ich dieses dämliche Tuch. Vielleicht erfüllt es ja doch seinen Sinn und Zweck, denke ich. „Sind denn Zweifel völlig ausgeschlossen, dass es nicht funktionieren könnte?“,  frage ich den Verkäufer belustigt. „Natürlich, dafür stehe ich mit meinem Namen wehrte Frau“. „Allerdings ist ein Umtausch als auch Wandlung ausgeschlossen“. Nicht so gut, denke ich. So schnell wie er das Tuch eingepackt hat, ist er auch wieder weg. Verschwunden in den Matratzenhallen. Schnappe das kleine Paket und bezahle die lächerliche Summe von zweihundert Euro.
In meinem heimischen Domizil angekommen, will ich natürlich sofort die neue Matratze ausprobieren. Öffne die kleine Pappschachtel und entnehme ihr das neuerworbene, aufgerollte Stück, um es aufzupusten. Finde aber hierfür nirgendwo ein Mundstück. Drehe und wende es. Nichts. Entgeistert blicke ich nun auf die dünne Oberfläche des Tuches und kann nicht akzeptieren, dass ich einem Matratzenschwindler aufgesessen bin. Hätte ich mir eigentlich gleich denken können. Total enttäuscht von diesem Kauf mache ich mir erst einmal einen leckeren Cappuccino. Genau in diesem Moment als ich die Tasse zu Munde führen will, vernehme ich ein Geräusch, so als würde jemand Imaginäres diese komische Matratze aufpumpen. Vorsichtig begebe ich mich ins Schlafzimmer, um dieses zu kontrollieren. Niemand ist da, nur meine dünne Decke, die sich zu einem voluminösen Monstrum quasi  wie von selbst aufgeblasen hat. Was heißt hat, sie ist immer noch dabei ihr Volumen zu steigern. Abrupt endet der Vorgang, und die Decke beginnt zu schweben. Hätte ich nur nicht vergessen, mein Fenster zu schließen, denn sie bewegt sich jetzt in drei Metern Höhe hindurch und entschwindet bereits nach vier Minuten meinen Augen, dem blauen Himmel entgegen, bis sie sich völlig meinem Blickfeld entzieht. Das Einzige, was ich von meiner tückischen Matratze vernehme ist ein heftiger Knall. –Peng-. Das ist es jetzt gewesen. Keine Matratze, und die zweihundert Euro habe ich auch in den Sand gesetzt. Nie wieder werden mich meine Schritte in dieses  obskure Bettenlager treiben. Ob es wohl noch mehr von diesen ominösen schwarzen Schafen gibt, die Alles geben, nur um dir ihren Schund aufs Hirn zu drücken?.
Nachwort
Darum lass Vorsicht walten, nicht nur beim Kauf einer offensichtlich neuen Erfindung auf dem Matratzenmarkt. Der Teufel steckt manchmal im Detail und lauert überall.
© Marlies Hanelt 30.September2014
Ich habe kürzlich für euch eine Blogumfrage eingestellt. Schaut einfach mal auf der rechten Seite nach. Dort könnt ihr aus verschiedenen von mir angebotenen Blogthemen auswählen. Einfach ein Häkchen setzen für euren Favoriten. Die Umfrage läuft bis einschl. 31.12.2014. Letztendlich sollt ihr auch das bekommen, was euch gefällt.
Eure Admina  Marlies Hanelt.

Freitag, 26. September 2014

VÖGEL GEHEN ZUM ANGRIFF ÜBER UND MEUCHELN -EPISODE SIEBEN- Sati(e)rische Geschichten


                          
(Picture made by Pixabay)

http://pixabay.com/              
                        

Hallo und herzlich Willkommen in meinem Blogreich zu einer neuen Episode aus meinen Sati(e)rischen Geschichten. 

Sie soll wie üblich nachdenklich machen. 



Vögel gehen zum Angriff über
            und meucheln  
           EPISODE SIEBEN
P
iggy und Puggy fliegen gemeinsam über das ruhige Meer, dessen Oberfläche von den Sonnenstrahlen golden und anheimelnd glitzert. Sie peilen die Ra der ,,Sunflower,, an, um sich im Sturzflug auf ihr niederzulassen. Immerhin bietet sie für beide einen Rundumblick über die wunderschöne, schier unendliche Weite des tiefen Wassers. Es ist Mittagszeit und Svantje ist in seiner Kombüse gerade damit beschäftigt, das Geschirr vom Vortag abzuwaschen und weg zu stellen. Verzweifelt sinniert er noch darüber nach, was er seiner Crew eigentlich kredenzen soll. Kartoffeln sind noch auf Stock, und einige eingefrorene Gemüse dümpeln schon ewig in der Gefriertruhe herum. Darauf wartend, endlich aufgetaut, gedünstet und verzehrt zu werden. Leider gibt es seit Wochen kein Fleisch als auch Wurst mehr. Alles bereits gierig von den Matrosen verschlungen. Svantje hat es eben nur gut mit ihnen gemeint. Zu gut, wie er feststellen muss. Jetzt heißt es, schnellstmöglich Ersatz hierfür zu finden. Aber woher nehmen und nicht stehlen?. Nun, vielleicht werfe ich die Angel aus und ziehe mir einen mächtigen Fisch an Land. Gibt es eben mal etwas Anderes als das Übliche. Mir egal, was die Crew davon hält, denkt er sich und schnappt sich das professionelle Angelgerät mit dem metallenen Blinker am Ende der Schnur. In diesem Moment frischt der Wind auf und steigert sich ziemlich schnell zu einem starken Sturm.
Svantje ist gezwungen diese Aktion auf Eis zu legen, denn der zu einem Sturm angewachsene Wind lässt das Schiff von einer Seite zur Anderen hin und her schwanken. Immerhin ist die ,,Sunflower,, nur ein einfaches Holzschiff, was noch nicht über Stabilisatoren verfügt. Sie ist ein getreuer Nachbau der Santa Maria, das Schiff von Columbus. Jedoch stark genug, um der wilden See trotzen zu können.
Jetzt  heißt es für Svantje sich irgendetwas einfallen zu lassen, um die Mannschaft nicht zu enttäuschen. Die Zeit drängt. Zudem wird ihm ziemlich flau in der Magengrube und er glaubt, dass gerade gegessene Dessert wieder von sich geben zu müssen. Verzweifelt versucht Svantje sich gegen den Brechreiz zu wehren, als sich das Dessert ankündigt. Hoppla da bin ich, scheint es ihm sagen zu wollen. Schnell hält er sich die Hand vor den Mund und rennt zur Rehling, um nun doch nachzugeben. Himmel, so viel Pudding habe ich doch gar nicht gegessen, rast ein Gedanke durch sein ohnehin schon malträtiertes Gehirn. Sich diesem vorab wohlschmeckenden Puddings entledigt, blickt Svantje zum Himmel um durchzuatmen. Sein Blick fällt auf die Ra und die dort sitzenden Möwen, die sich ihr Gefieder putzen. Sie können nicht wissen, dass sie bald auf dem Teller landen werden. Zumindest reicht es für den Kapitän und den Navigator. Die Mannschaft muss sich eben mit dem zufrieden geben, was die Kombüsen Töpfe hergeben. EINTOPF ohne FLEISCH.
Als sich Svantje etwas erholt hat, sucht er nach der Flinte, die sich in einem separaten Schränkchen befindet. Stets geladen und bereit abgefeuert zu werden. Er entwendet diese Waffe und schreitet zurück auf das Oberdeck, um sich an die Rehling zu lehnen. Zielsicher legt er die Flinte an, entsichert sie und drückt ab. Obwohl die ,,Sunflower,, immer noch heftig gegen die Wellen ankämpft, gelingt es Svantje einen perfekten Schuss abzugeben. Gelernt ist eben gelernt. Die Hobbyschiesserei hat ihn von je her schon immer fasziniert. Sein verstorbener Vater hat es ihm beigebracht. Nicht nur die Lust am Schießen, sondern auch der Umgang mit der Waffe. „Du musst sie ständig nach jedem Schuss säubern und den Lauf innen mit Ballistrol Waffenöl einsprühen, damit die Kugel nicht zu viel Haftung im Rohr besitzt“, hat er ihm ständig gepredigt. Alles ist bis heute in seinem Hirn exakt so abgespeichert und nicht vergessen. „Es gibt Tierarten, die unterliegen den Jagdgesetzen“. „Nicht alle dürfen abgeschossen werden“. „Einige nur zu bestimmten Zeiten“. Auch diese Informationen waren von seinem Vater nur ein gutgemeinter Rat, der jetzt keine Relevanz mehr findet.
Fleisch muss her und zwar pronto rapido. Da kommen die Möwen ja gerade rechtzeitig für diesen außergewöhnlichen Ersatz als Mittagsmahlzeit daher. Die beiden Möwen liegen nun tot auf dem Holzboden des Oberdecks und sehen ziemlich zerrissen aus. Egal, denkt sich Svantje. Fleisch ist Fleisch. Schnell schnappt er sich die Vögel und bringt sie in die Kombüse, um sie vom Gefieder zu befreien, auszunehmen und bratfertig zu machen. Auch das hat ihm sein Vater gezeigt, wie man Tiere ausweidet und sie auf vielfältige Weise schmackhaft zubereitet. Nicht umsonst wird er von seiner Mannschaft für die ausgefallenen und auf dem Teller nett angerichteten Speisen geliebt. Das soll für die Zukunft auch so bleiben.
Tage später
Der Sturm hat sich etwas gelegt, und eine Schar Möwen umkreist die Ra der ,,Sunflower,,, auf der Suche nach Piggy und Puggy, so als würden sie instinktiv ahnen, was mit ihnen geschehen ist. Die beiden haben sich vor Tagen von ihnen getrennt, um auf Erkundungsflug zu gehen. Das Letzte was sie von ihnen gehört haben war, „Wir suchen uns ein Schiff mit einer hohen Ra und werden es uns gut gehen lassen“. Mit diesen Worten verschwanden sie und sind bis heute nicht mehr gesichtet worden.
Kein weiteres Schiff befindet sich momentan auf der Route der Magellan Straße. Die ,,Sunflower,, nimmt wenig Fahrt auf,  scheint förmlich still zu stehen. Nur eine kleine Welle am Bug zeugt davon, dass die Reise in weit entfernte Länder fortgesetzt wird. „Sagt mal ihr Lieben, seht ihr auch, was ich glaube entdeckt zu haben?“, fragt die Leitmöwe ihr Gefolge. „Sieht aus wie ein Schiff mit ziemlich hohem Ra“. „Ich kann euch nicht sagen, ob ich richtig liege, jedoch besteht die Möglichkeit, dass wir unsere Freunde hier finden werden“. „Ist nur ein Bauchgefühl“. „Verdammt, was haben diese Tölpel mit ihnen gemacht?“. „Mir schwant da was“, antwortet Birdy und schaut traurig drein. „Riechst du das auch?“, fragt Birdy mit leiser Stimme. „Es duftet förmlich nach gebratenem Fleisch“. „Wenn man sie nicht schon verspeist hat“, bringt Birdy mit heiseren Pieps Lauten hervor.
Die Seeleute sind bereits von ihren Esstischen aufgestanden, um hernach das Oberdeck zu schrubben. Sie reiben sich ihre wohlgefüllten Bäuche. Zufriedenheit macht sich auf ihren Gesichtern breit. Einige gießen die Wassereimer aus und die Anderen fegen mit ihren harten Besen über den Holzboden.
„Jetzt ist der Moment günstig“, drängelt die Leitmöwe. „Wir sollten zum Angriff übergehen“. „So eine Gelegenheit bietet sich kein zweites Mal“. „Auf sie mit Gebrüll“. Das Möwenheer setzt gezielt zum Sturzflug an. Nur das überlaute Sirren ihrer Schwingen ist noch zu hören. Ein Typ der Mannschaft stellt für einen kurzen Moment den Wassereimer ab, hält inne und horcht auf. Zu spät… Die Möwen beginnen ihr zerstörerisches Werk und hacken jedem Einzelnen der Crew die Augen aus. Dann picken sie vehement auf ihren braungebrannten, vom Salz gezeichneten Körpern herum, so dass aus tiefen Wunden Blut strömt. Immer und immer wieder. So lange, bis kein Leben mehr in ihnen wohnt.
            -Totenstille-
Die Möwen haben den Doppelmord ihrer beiden Freunde gerächt und fliegen befriedigt davon, über die glitzernden Meereswogen zu ihren Nistplätzen auf einer weitentfernten Insel. Die ,,Sunflower,, ist fast zu einem Geisterschiff geworden, wenn da nicht noch Svantje wär, der von all dem nichts mitbekommen hat. Er möchte sich eigentlich nur bei der Mannschaft erkundigen, wie es ihnen diesmal gemundet hat. Mit einem gewissen diebischen Lächeln in seiner Mimik schreitet Svantje in den Speiseraum. Schmutzige Teller und Gläser auf den Tischen, in denen der Rotwein herb und trocken daher kam, springen ihm ins Auge. Gähnende Leere, und eine unheimliche Stille machen sich breit, die Svantje nichts Gutes erahnen lässt. Wenn jetzt auch Deck schrubben angesagt ist, sollte ich auf alle Fälle ihre tiefen, vom Alkoholkonsum geprägten Stimmen hören können, denkt er sich. „Wo ist nur der Kapitän und sein Navigator?“, spricht Svantje mit zögerlicher, leiser Stimme.
Svantje begibt sich in die Kapitänskajüte. Dort liegt Kapitän Calahan mit zerfleischtem Körper in einer riesigen Blutlache. Neben ihm sein Navigator, der schon leicht in Verwesung übergegangen ist. Es stinkt nach Tod und fauligem Fleisch. Svantje, schon ohnehin durch sein krankes Herz geschwächt, bekommt eine heftige Aorten Attacke, die ihm die Luft zum Atmen nimmt und den schnellen Tod beschert. Nun liegt er neben dem Kapitän und seinem Navigator. Seine Seele schwebt in das große Universum und wird eins mit seinen Freunden.
JAHRE SPÄTER
Die ,,Sunflower,, ist ohne Navigation und fährt schon seit Jahren auf dem großen, weiten Meer führungslos herum. An ihren Bordwänden hängen grüne Algen und Schlick. An der Ra flattert eine Fahne mit einem Totenkopf darauf, der nichts Gutes verheißt. Die Mannschaft geistert als Untote Wesen bis heute durch das gesamte Schiff. Vor vielen Jahren ist die ,,Sunflower,, und ihre Crew mit einem Fluch belegt worden, den ein Kirchenfürst bei der Erbauung des Schiffes ausgesprochen hat.
„Leben gegeben, Leben genommen“. „Für ewiglich werdet ihr verdammt sein, wenn ihr das Leben von Tieren missachtet und tötet“. „Das Meer wird euch nicht verschlingen können“. „Für immer seid ihr verflucht, ihm zu dienen“. „Keine Erlösung wird euer Martyrium sein“.
NACHWORT
Keine böse Tat, so schlimm sie sich auch darstellt, kann gerächt werden. Auch der Tod ist nicht immer eine Lösung. Haltet Ausschau nach der ,,Sunflower,, Vielleicht seid auch ihr irgendwann einmal, im metaphorischen Sinn, ein Teil dieser Mannschaft?.
Darum mein Rat: Zeigt Respekt gegenüber jedem Wesen. Menschen als auch Tiere haben ein Recht auf Leben.
© Marlies Hanelt 26.September2014 
Eure Admina Marlies Hanelt