
Hallöchen meine lieben User. Nachdem ich mich schon sehr lange nicht mehr gemeldet habe, kommt für Euch eine Horror-Story vom Feinsten. Natürlich würde ich mich über ein Feedback hierfür freuen. Dann fügt es bitte unter Kommentare ein. Man liest sich.
Auf geht es!
Lauernde
Gehirn- Parasiten
auf der Insel Batang
Beschwerlich
kämpft sich die Viermast-Bark,
ein
und Privatsegler namens
Swallow, durch das
immer zorniger werdende peitschende Wasser des eiskalten und
pechschwarzen Nordatlantik, der
sich schon jetzt heimtückisch offenbart. Meterhohe Wellen peitschen mit
krachender
Wucht über die hölzerne Bordwand hinweg, wollen den Segler
vereinnahmen und zerstören. Fast kann man das brachiale Splittern des teuren
Mahagoni-Holzes vernehmen, würde es nicht vom energetischen brüllenden Sturm massiv überlagert
werden.
Völlig
vom eisigen Wasser des an dieser Stelle existierenden unterseeischen
Labrador-Stroms durchnässt, zitternd
vor Kälte, hält Timothy Walden das ebenfalls vor Nässe triefende Steuerr-Rad krampfhaft fest,
um der Situation Herr zu werden. Stiert mit weitgeöffneten Augen unablässig in
die Dunkelheit und versucht einen bestimmten Punkt auszumachen, der sich keineswegs orten
lässt. Im Kopf jene Insel, die in keiner Nautik-Karte verzeichnet ist. Ein sehr
guter Freund hat ihm vor längerer Zeit den Längen- als auch Breitengrad,
mit den korrekten Angaben, 28° 27´ Nord - 81° 28´ W, - der Insel Batang geflüstert, um die
sich ein ekelhaftes Geheimnis rankt. Nur wenige wissen davon, was die Situation
nicht gerade einfacher gestaltet. Wird Timothy jenem Geheimnis auf die Schliche
kommen und es lüften? Vielleicht erwartet ihn auch der nahende drohende Tod, insofern, dass Timothy nicht mehr
Timothy sein kann, weil
sich parasitäre Biester
seines Verstands bemächtigt haben?
Noch
ahnt er nicht, was ihn erwartet. Auf einem kleinen Metalltisch, der mit dem hölzernen Plankenboden
verschraubt ist, liegt die klatschnasse aufgefaltete Nautik-Karte. Darauf ein
Metall-Zirkel und Gradmesser
platziert, der die durchweichte
Karte mit dem längst vorab eingezeichneten Längen- und Breitengrad seinerseits
und per Hand skizziert, ansatzweise festhält. Zwar ist diese Eintragung nur
noch schemenhaft zu erkennen, aber dennoch sagt Timothys
Hirn, dass er bereits an jenem Punkt angekommen sein muss – obwohl nirgends
eine Insel,
ob der Dunkelheit, erkennbar wird. Zudem
bescheinigt ihm ein kurzer Blick auf die Kompass-Nnadel, dass sein langsam
kälter und müde werdendes Gehirn offensichtlich richtig liegt; obwohl es sich ungeachtet
der belastenden Situation dennoch vehement autark zu wehren versucht.
Jedenfalls bis jetzt, denn höllische Kopfschmerzen nehmen es zunehmend rigoros
in Besitz. So, als würde irgendetwas oder jemand permanent anklopfen – nicht
warten wollen, bis Einlass gewährt wird.
Immer
noch tobt der entsetzliche, an Energie zunehmende Sturm, möchte das „›Lieblingsspielzeug‹“ Timothy Waldens in
die Schieflage zwingen, es kentern lassen. Nur wenige Sekunden vergehen, in
denen sich die Swallow gegen das Naturelement Luft zur Wehr setzen will.
Schlingert unaufhörlich und gibt hernach auf, da der Kampf aussichtslos ist.
Timothy wird von den Wellen des arschkalten Nass` vom hölzernen Deck gerissen –
taucht mit seinem Segler in eine völlig andere Welt ab, jene, die ein gewisses
Weiterleben verheißt. Aber Timothys Gehirn entspricht keinesfalls mehr den
eigenen Parametern, sondern es ist regelrecht von Parasiten durchlöchert
und zerfressen. So, als hätten diese parasitären Eindringlinge es durch einen
trockenen Schwamm ausgetauscht. Kein selbstständiger Gedanke findet hierin
Unterschlupf, denn Timothy Walden gehört ab diesem Moment ihnen … den
Kreaturen, jene
die nur
auf der unterseeischen Insel Batang existieren. Mit lautem Pfeifen und sie
umgebenden,
schäumenden, quirligen Strudeln, steigt Batang an die Wasseroberfläche.
Hunderten von Piranhas gleich, die sich binnen weniger Minuten an lebendigem
Fleisch bedienen, es bis auf die Knochen abnagen. Die Insel erhebt sich zunehmend höher, zischend gen Himmel, der es an
Schwärze nicht vermissen lässt. Auf ihr die havarierte Swallow und Timothys
ausgehöhlter Körper, der schlaff über die kaum noch vorhandene Bug-Reling baumelt. Ein
Anblick des Grauens, würde man dabei sein und es sehen können.
Winzige,
kaum erkennbare, gallertartige Kügelchen winden sich,
an Glibber-Fäden baumelnd, aus jeder Pore von Timothys Leib. Werden lang und
immer länger, bis sie schmatzend und gesättigt auf das merkwürdigerweise
trockene, mit grauen Steinen durchsetzte Insel-Areal fallen, denn eine grüne
Flora wird
man hier vergeblich suchen. Einige von diesen
zerstörerischen Schädlingen verbleiben auf seiner Haut, lassen
ihre Fäden vom Sturm trocknen, um Timothy zu erdrosseln, somit den
wahrhaftigen Tod bescheren wollen. Einer Korsage
nachempfunden, die immer enger geschnürt wird, bis das Atmen nicht mehr möglich
ist. Es knistert verräterisch. So, als würde jemand haufenweise Pergamentpapier
zusammenknüllen.
Timothy
erwacht völlig
schweißgebadet aus einem ekeligen Alptraum. Liegt zitternd vor
Kälte und immer noch leicht sediert vom Restalkohol seines Lieblingsgetränks ›“Weißer Küstennebel‹“ in seinem Kajütenbett
aus Mahagoni-Holz, winselt wie ein geprügelter Hund. Im Hirn hämmert
offensichtlich ein Schmied, der einem Pferd neue Hufe anpasst. Auf dem Boden
rollt die geleerte Flasche des weißen Gesöffs von einer auf die andere Seite des karg
eingerichteten Schlafgemachs. Immer dem Wellengang folgend, bis sie an eine
Holzwand prallt, liegen bleibt und in ihre Einzelteile zerbricht. Also alles
wie gehabt? Quasi wie immer, wenn er auf große Forscherfahrt geht?
Nur
mit allerletzter Kraft schafft es Timothy seinen gequälten Körper in die
Senkrechte zu heben. Blickt mit halbgeöffneten Augen, die an Sehschlitze
erinnern, durch das Bullauge. Nimmt eine Welt wahr, die sich so darstellt, wie
er es gewohnt ist. Leichter Wellengang mit gleißenden Sonnenstrahlen, die jene Wasseroberfläche schier durchbohren wollen.
Dennoch ist die Luft von Eiseskälte geschwängert, lässt darum keinen logischen
Gedanken in Timothys Hirn zu. Genau an dieser Stelle bauen sich Fata-Morganen auf, einer Luftspiegelung
ähnlich Denn hier geht der eiskalte Labrador-Strom in den warmen Golf-Strom
über, projiziert geisterhafte Erscheinungen oberhalb der Wasser-Oberfläche, die
es nur hier gibt. Sofern sich Timothy hiervon nicht ablenken und verwirren
lässt, hat er eigentlich gute Karten. Leider ist dem keineswegs so.
In
dieser Sekunde erinnert sich Timothy an den vorangegangen Alptraum und fragt
sich, ob es nur ein böser Traum oder doch eine Vorahnung gewesen ist, die
später bittere Realität wird? Einem Orakel gleich, das nach Erfüllung geifert?
Walden versucht auf allen Vieren in Richtung Holz-Ttreppe zu kriechen, was ihm
nur ansatzweise gelingt, da sein Körper, immer noch etwas vom “›Küstennebel“‹ verseucht, heftig zittert. Alleine
seinem noch vorhandenen starken Willen ist es zu verdanken, dass er zum
Oberdeck gelangt und die Lage peilen möchte. Nichts erinnert an das
vorangegangene Traum-Ereignis, denn die Swallow weist keine noch so kleinen
Schäden auf. Also doch nur ein Horror-Traum? Allerdings kann sich Timothy nicht
daran erinnern, aus welchem Grund er genau hier rumschippert, seiner Swallow
die versinnbildlichte Peitsche gibt, damit sie weiterhin den arschkalten
Nordatlantik durchpflügt.
Langsam
und stetig wachsend geschieht etwas in seinen Gehirn-Synapsen, das er
keineswegs beeinflussen kann. Ein tierisches Kreischen als auch Knistern baut
sich hierin wie ein letzter Angst-Schrei auf, will Timothys Verstand lähmen und
habhaft werden. Wie von einer Kleinkaliber-Kugel getroffen, sackt Waldens
Körper auf den hölzernen Deck-Planken-Boden, bleibt reglos
liegen. Währenddessen ändert sich spontan die Wetterlage. Einsetzender Sturm
tost mit höllischer Intensität über den Nordatlantik, will sich alles untertan
machen und zeigen, dass nur er
das dominante
Sagen hat. Begleitet von nächtlicher Finsternis, taucht die Insel
Batang unter dem Kiehl der Swallow auf, drückt sie massiv, schier ohne Ende,
gen Firmament. Auf ihr herrscht Verwüstung, die von grauen Steinen komplettiert
wird.
Unweit
der Insel Batang kämpft sich die RMS Titanic mit überhöhten 23 Knoten durch ein permanent veränderndes Eisfeld. Gischt schäumt
vor dem Bug wie Flocken von Schnee. Der Steuermann schafft es nur mit Hängen
und Würgen, die plötzlich auftauchenden Eisberge zu umschiffen – ihnen
auszuweichen, was ihm auch gelingt. Also ist die Titanic eventuell nicht mit
einem Eisberg kollidiert, sondern einige Zeit später mit der Insel Batang
untergegangen? Hätte der Kapitän einen anderen Kurs befohlen, wäre es dann keinesfalls zu
diesem wahnsinnigen Desaster gekommen? Parasiten folgen nur ihrer biologischen
Intuition: Besiedeln, fressen und vermehren – einer menschlichen Fress- als
auch Sex-Orgie nicht ganz unähnlich.
Frederick
Fleet steht steifgefroren im ›Krähennest, stiert angestrengt in die
pechschwarze Nacht, während seine Augen vor Eiseskälte kaum noch etwas erkennen
können. Der daraufhin einsetzende Tränenfluss verhindert zudem die Sicht.
Eigentlich existieren hierfür Ferngläser, aber die sind in einem Schränkchen
deponiert, auf das er keinen Zugriff hat. Wie aus dem Nichts schält sich
urplötzlich die Kontur der Insel Batang aus dem schwarzen Höllenschlund
Nordatlantik. Frederick glaubt,
einer Vision aufgesessen zu sein, denn Inseln gibt es hier nicht. Währenddessen
pflügt die Titanic mit hoher Geschwindigkeit unaufhaltsam durch das Wasser. Eigentlich
müsste Frederick die drohende Gefahr dem 1. Offizier Lightoller auf der
Kommando-Brücke melden, aber hierzu ist er nicht mehr in der Lage. Die
parasitären Viecher nehmen auch sein Gehirn Stück für Stück in Beschlag.
Bemächtigen sich seines fast eingefrorenen Körpers. Lassen erst von ihrer Beute
ab, als sie ausgehöhlt aus dem ›Krähennest fällt, in`s Wasser eintaucht
und für ewig verschwindet.
Noch
immer nicht genügend gesättigt, rollen die inzwischen zu Fußbällen
angewachsenen Ungeheuer in Richtung Salons und Passagier-Kabinen, ziehen lange Schleimspuren hinter sich her, Nacktschnecken nicht ganz
unähnlich. Hier ist der Tisch reichlich mit warmen Gehirnen und Körpern
gedeckt. Was von den Passagieren noch übrig bleibt, wird im Atlantik versinken,
während die Titanic mit der Insel havariert und mit ihr etwas später untergeht.
Genau jenes Ereignis wiederholt sich alle 100 Jahre, wird für derhin
ein Geheimnis bleiben, das niemand jemals klären kann.
Copyrights: Marlies Hanelt 15. August 2021
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