Sonntag, 7. Dezember 2014

-Petra und ihr Patt-EX- Was einmal klebt, hält ewig. Surreal oder Real?.


                        
(Bild von Pixabay in Public Domain)
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Hallöchen und Willkommen in meinem
                 --Blogreich--

Eine neue Geschichte als Metapher verkleidet möchte unbedingt gelesen werden.





                      Petra und ihr Patt-EX
                 Was einmal klebt, hält ewig
Patt ist der verflossene Ehemann von Petra und eigentlich ein ansehnlicher Typ von hochgewachsener Statue. Grau grüne Augen und ein brauner Lockenkopf sind seine signifikanten Merkmale, mit denen er noch heute auftrumpft. Zwar haben sich die feinen Löckchen schon etwas gelichtet und  auf Wanderschaft begeben, wirken aber trotzdem ziemlich erotisch auf das weibliche Geschlecht. Dieses Potential weiß Patt für sich zu nutzen und läuft deshalb demonstrativ, lasziv den Gehsteig entlang. Darauf hoffend, dass eine passende Frau auf ihn aufmerksam wird. Leider hat das immer noch nicht geklappt. Woran das wohl liegen mag?.
Patt gibt einfach nicht auf, obwohl er schon ein Endfünfziger ist. Mittlerweile machen sich bei ihm Gelenkschmerzen bemerkbar und schränken das gekünstelte, wippende Schreiten seines Ganges massiv ein, was sich zudem in lauten Knackgeräuschen umsetzt. Es wirkt nicht nur bescheuert, sondern erzeugt ein Bild der Hilflosig- als auch Unzulänglichkeit. Natürlich erheitert dieser Umstand nicht gerade sein Gemüt und lässt seine Mimik deswegen ziemlich monströs verzerren. Manchmal beißt er sich deswegen auf die ohnehin  schon lädierte Zunge und Unterlippe. Es sieht einfach idiotisch aus. Wären da nicht die braunen, fein gekräuselten Locken und die grau grünen Augen, würde Patt schon längst in einer Geisterbahn als abschreckendes Beispiel arbeiten und eine Menge Geld dafür einheimsen.
Patt denkt jeden Tag an seine Petra, die ihn vor vielen Jahren verlassen hat. Warum eigentlich?. Was war der Grund für ihre Entscheidung, ihn einfach abzulegen, wie ein dreckiges Kleidungsstück?. Er kommt einfach zu keiner Lösung. Ist es sein Job als Chemiker oder gar seine mangelnde Hygiene seinem Körper gegenüber, was sie schlussendlich dazu getrieben hat, sich von ihm abzuwenden?.  Immerhin findet er als passionierter Laborchemiker immer eine LÖSUNG. Nur im Privaten scheint dies nicht umsetzbar zu sein. Ein Gedanke folgt auf den Nächsten. Chaos macht sich in Patts Gehirn breit und wirkt nicht gerade positiv auf seine Stimmungslage ein. Demzufolge knallt er plötzlich schnellen Schrittes mit seinem Gesicht voll gegen einen Stromverteilerkasten und zieht sich fürchterliche Beulen und Wunden zu. Sie passen wundervoll zu seinen schon ohnehin aufgesprungenen Lippen und ergänzen es in wundervoller, kongruenter Weise. Ob ihn trotz seiner braunen, offen getragenen Locken und grau grünen Augen, noch irgendjemand haben möchte, steht definitiv in den Sternen.
Genau in diesem Moment ertönt ein kurzes, rumpelndes Bummern. Patt wird aus seiner Lethargie gerissen und schaut in die starr dreinblickenden Augen einer Frau, die ihm irgendwie bekannt vorkommt. „Petra?“, fragt Patt mit zögerlicher, leiser Stimme. „Jaaaa!“. „Wer ist da?“. Petra reibt sich ihr schmerzendes Gesicht, mit dem sie volles Rohr gegen denselben Stromverteilerkasten gelaufen ist. „Das ist ja wirklich ein Zufall“, haucht Patt. „Wie geht es dir?“. „Was ist los mir dir?“. „Wollen wir einen Kaffee trinken gehen?“. Die Fragen kommen wie aus der Pistole geschossen und lassen Petra keine Zeit, sie einzeln zu beantworten. Stattdessen gibt sie nur Worte von sich.      „SCHEISSE“, „BLIND“, „SELBSTVERSTÄNDLICH“.
„Ich bin seit zwei Jahren blind und benutze nur sehr ungerne meinen Stock“. „Deshalb bin ich auch gegen dieses Teil hier gelaufen“. In Patts Inneren wird wieder dieses Gefühl von BESCHÜTZEN wach, welches er von früher her noch kennt. Spontan nimmt er seine wiedergewonnene Petra in den Arm und drückt ihr zärtlichen Küsse auf ihre –toten- Augen.  Ein Lächeln huscht über ihr blasses Gesicht.
Für immer und ewig verbunden,
trotz vieler Beulen und Schrunden.
Wenn sie nicht gestorben sind,
kleben Petra und PATT-EX noch heute.
Die Moral von der Geschicht‘, verliebe dich nur erneut in den EX nicht.
© Marlies Hanelt 7.Dezember2014 


Freitag, 5. Dezember 2014

-HEULARIUM ODER WEINSTUBEN- Wer die Wahl hat, trifft eine Entscheidung. Aus meiner surrealistischen Trickkiste.


                          
(Bild von Pixabay in Public Domain)
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Willkommen in meinem BLOGREICH
         -HANELTMANIA-

Für alle Lesehungrigen habe ich mir wieder eine ziemlich abgefahrene Geschichte einfallen lassen.






Heularium oder Weinstuben?
Wer die Wahl hat, trifft eine Entscheidung
Gustav, Raimund, Siegbert und Franz sitzen an ihrem heißgeliebten Spieltisch und wollen wieder einen Skat dreschen. Einmal wöchentlich geht die berühmte Post ab und befreit ihre Gehirne vom Alltagsgeschehen. Franz hat diesmal die Getränke besorgt und gießt die Gläser dermaßen mit dem trockenen Rotwein voll, dass die Flüssigkeit droht überzuschwappen. „Halt!“, schreit Gustav und hält seine Hand demonstrativ über den Rand seines Glases. „Sag mal Franz, bist du bescheuert?“, donnert er hinterher und verzieht vorwurfsvoll sein Gesicht. „Die weiße Tischdecke habe ich erst gestern gewaschen!“. „Wehe du verschüttest auch nur einen Tropfen,  dann haue ich dir deine Skatbirne ab!“, setzt er die Schimpfkanonade fort. „Mische endlich die Karten und teile aus!“. Franz versucht zu mischen, jedoch fallen ihm pausenlos die Skatkarten herunter. Jetzt meldet sich auch Raimund zu Wort. „Sag mal du Mischling, hast du in einer Woche vergessen, wie man das mit den Karten anstellt?“. „Nein habe ich nicht“. „Irgendwie wollen meine Finger heute nicht so wie ich es möchte“, kontert Franz verzweifelt. „Aaaach was, lass mich mal“, bietet sich nun Siegbert an. Die Karten fliegen nur so von der rechten auf die linke Hand. Fasziniert sieht ihm Franz dabei zu und zuckt mit seinen Schultern, als Zeichen des Nichtverstehens. Endlich verteilt Siegbert die Karten und packt zum Schluss die zwei Trümpfe  in die Tischmitte. „Franz, du musst jetzt etwas sagen, reize endlich!“, blökt Siegbert. „Ich eröffne mit NULL!“. „Aha, also einen NULLOUVERT?“, fragt ihn Siegbert zögerlich. „Dir dürfte klar sein, dass du keinen Trumpf bekommen darfst“, setzt Siegbert noch einen drauf. Franz schaut noch einmal sehr intensiv auf sein Blatt und entscheidet. „Ja, Kreuz Fahne“.
„Wie jetzt!, Kreuz Fahne?“. „Wo bist du eigentlich heute mit deinem Verstand?“, fragt ihn Gustav und schaut mit kullerrunden Augen in die Skatrunde. Alle fangen wie auf Befehl lauthals zu lachen an. „Kinnings so wird das nichts!“, greift Raimund in das Gespräch ein, nachdem er sich etwas beruhigt hat. Die Gläser sind leer getrunken und Franz schenkt nach. „So, ihr Schluckspechte, wenigsten ein guter Tropfen sollte unseren Skatabend vervollkommnen“. „Nun denn, wenn schon keinen Skat, dann wenigstens die Birne zuschütten“, lallt Siegbert schon etwas angetrunken.  Schnell werden vier Flaschen geleert und Franz muss für Nachschub sorgen. „Fffraaaaanz, uuuhum die Eeeecke ist ne Weeeeeeinstube, da giiiiibts dddddoooolllllen Roooootwein“. Siegberts Worte sind kaum noch zu verstehen und wollen nicht mehr klar über seine tauben Lippen kommen.
Franz schwankt aus dem Zimmer, krallt sich seinen Ledermantel, um zur Weinstube um die Ecke zu taumeln. Irgendwie ist Franz nicht mehr Herr seiner gesamten Sinne und versucht die Schrift auf dem Schild zu erkennen, was über dem Laden prangt. Sie steht nicht still, sondern beginnt von links nach rechts zu laufen. WEINSTUBE, EINSTUBE. INSTUBE, NSTUBE, STUBE, TUBE, UBE, bis noch nicht einmal ein einziger Buchstabe vorhanden ist. Scheiße, denkt sich Franz und öffnet die Tür des Ladens, um an die Theke zu treten. Nach mehrmaligen Versuchen, in denen er einen Tisch, drei Stühle und einen Gast mitgerissen hat, steht er vor dem Barkeeper und möchte seinen WEINWUNSCH kund tun. „Iiiich mööööööchte Wwwwwweeeeein….“. Mehr kommt nicht heraus und Franz schaut verdattert dem Barkeeper ins Gesicht, in der Hoffnung, dass dieser alles vernommen hat. „Was möchten sie bitte?“, hakt dieser nach und hält sich seine geöffnete Hand zwecks besseren Verstehens an die Ohrmuschel. „Wwwwwwein….!“. Franz gibt sein Bestes, jedoch fällt ihm das zusehends immer schwerer. „Ja stimmt, wir sind eine WEINSTUBE“, bölkt der Typ hinter der Theke jetzt drauf los und will dem Franz an den Kragen gehen, um ihn über den Tisch zu ziehen.
Hoffnungslosigkeit macht sich im Gehirn von Franz breit, und ihm fällt nichts Besseres ein, als los zu weinen. „Guter Mann, wir sind eine Weinstube und kein Heularium“. „Wenn sie vorhaben, das Spielchen weiter zu treiben, sollten sie in das neueröffnete HEULARIUM gegenüber gehen“, erklärt der Keeper, nachdem er sich etwas beruhigt hat. Solche Weicheier sind ihm eigentlich zuwider. „Also, zwecks besseren Verständnis, HEULARIUM gegenüber okay?“, fordert er den völlig betrunkenen Franz auf und weist mit dem Zeigefinger in Richtung Tür. In seinem total verwirrten Zustand muss Franz jetzt eine folgenschwere Entscheidung treffen. WEINSTUBE oder HEULARIUM?, das ist hier die Frage. Als würde sein Gehirn einfach keine Lust haben, etwas Konstruktives von sich zu geben, setzt es Franz unter Druck und fordert ihn demonstrativ auf, Lachsalven ohne Ende zu produzieren. „Lachmöwen haben hier keinen Zutritt“, gibt der Barkeeper verärgert von sich. „Für –das Land des Lächelns- ist ein anderer Laden zuständig“. „Der befindet sich allerdings nicht in unserer Stadt“. „Wenn sie also dort hin möchten, sollten sie sich ein Taxi nehmen“. „Aaaach waaaas“, winkt Franz ab und trottet aus dem Weinladen, um seinen unaufhörlichen Gelächter zu frönen. Ein Lachkrampf vom Feinsten ist die Folge. So langsam beginnt sich in der frischen Luft der Alkoholpegel im Blutkreislauf von Franz zu senken, und die Birne wird wieder einigermaßen frei. „Was will ich noch mal?“, fragt er sich, da alles vorher Geschehene wie weggeblasen ist. Konsterniert steht Franz auf dem Bürgersteig, und Passanten rennen hektisch, keines Blickes würdigend an ihm vorbei.
© Marlies Hanelt 5.Dezember2014
 

Montag, 1. Dezember 2014

-IN EINEM EROTISCHEN GEMÜSELADEN- Alltäglicher Wahnsinn, wenn Eheleute keine Kommunikation mehr betreiben.


                   
(Bild ist leicht verändert, um die Privatsphäre dieser Person zu wahren.) Danke dafür L.M.


Hallöchen ihr Lieben Blogleser meines
              FACETTENBLOGS
                HANELTMANIA 

Diesmal gibt es eine Geschichte, die einigen von euch bestimmt bekannt vor kommt. 




          In einem erotischen Gemüseladen

„Schaaaaatz, wo bleibt mein Bier und die Zeitung!“, brüllt Chris in Richtung Küche, wo seine Frau Punkt sieben Uhr das köstliche Frühstück zubereitet. Der Kaffee ist schwarz, heiß und dampft bereits in der blauen Keramik Kanne vor sich hin. „Was hast du gesagt?“, blökt Petra zurück ins Wohnzimmer. Sie ist mit ihren Gedanken ganz weit weg. Seit Jahren immer dasselbe Prozedere im Haushalt und mit ihrem stupide gewordenen Chris. Er der totale Langeweiler und Petra voll die Fantasiereiche in jedweder Beziehung. Normalerweise wäre sie schon längst geschieden, hat sich das aber verkniffen. Nach ihrer Hochzeit hat Petra der Familie zuliebe ihren Massagejob in einem exklusiven Hotel aufgegeben. Sie wollte nur noch für ihren damals smarten Chris und die zwei schon vorhandenen Kinder da sein, die er mit in die Ehe gebracht hat. Nach einer Scheidung stünden ihr also definitiv nicht viele Gelder zu. Eine neue Arbeit ist nicht möglich, denn chronische Erkrankungen plagen sie vehement seit einigen Jahren. Krummer Buckel, Diabetes und Herzprobleme. Trotzdem machen sich diese sexuellen Fantasien jeden Tag breit, finden jedoch keine Umsetzung in die Praxis. Stattdessen wehrt sich der Körper inzwischen heftig und erzeugt kontinuierliche Aggressionen und Heulattacken. Verzweiflung über den offenbar nicht zu ändernden Zustand setzt Depressionen schon täglich in Gang und lässt Petras Körper zittern.
Chris bekommt von all dem nichts mit, da er seit einiger Zeit arbeitslos ist und sich für seine Petra offenbar nicht mehr interessiert. Bier und andere Alkoholika in Kongruenz mit dem Fernsehprogramm bestimmen seinen Alltag. Gefühle und Wünsche sterben dadurch in seinem Inneren ab. Ein Verhalten, das einem maschinellen an- und abstellen gleich kommt. Stumpfsinn und Gleichmaß in höchster Vollendung.
„Du musst hier raus!. Jetzt….sofort!, meldet sich ihr Gehirn zu Wort“. „Ich habe da eine tolle Idee für dich“, spricht es mit sanfter, vibrierender, leiser Stimme. „Es gibt, nicht weit weg von hier, einen erotischen Gemüseladen, den du unbedingt einmal aufsuchen solltest“. „Da findest du alles, was das Herz einer Frau begehrt“. „Wer spricht mit mir?“, stellt Petra die Frage und blickt irritiert in die Keramik Kanne, so als würde dort ein Kannengeist hocken und mit ihr reden. Keine Antwort…..
„Himmel, das hört sich verdammt gut an“, wispert Petra vor sich hin und trifft die Entscheidung, diesen Tipp auch in die Tat umzusetzen. „Schaatz, du musst dir heute dein Frühstück, ähem dein Bier selbst holen“, kreischt sie ins Wohnzimmer, wo Chris bereits mit seinem Kopf auf die Tischplatte geknallt ist und schläft. Widerlich und respektlos dieser Kerl, denkt sich Petra und beginnt sich schick einzukleiden. Schnell noch in die hohen, schwarzen Lederstiefel geschlüpft, und dann nichts wie hinaus und rein ins Vergnügen. Tja, in welches Vergnügen eigentlich, wenn man doch nicht weiß wohin?. In diesem Moment kommt die klare Ansage von ihrem Unterbewusstsein. „Wenn du vor der Haustür stehst, gehe den Weg rechts und dann immer geradeaus, bis zu der ersten Ampelkreuzung“. „Nur noch kurz über den Fahrdamm, und dann siehst du den Erotikladen mit der Aufschrift auf dem Schild“. –EROTISCHER GEMÜSELADEN-. „Jetzt mach schon!“, fordert es Petra auf. „Du wirst nicht mehr hinaus wollen!“.
Beschwingt folgt Petra den Befehlen und kehrt alsbald in diesen erotischen Gemüseladen ein, um in Erstaunen und Verzückung auszubrechen. Da liegen riesige Melonen und mutierte Gurken fein sortiert nebeneinander und laden zu monströsen Fantasien ein. Etwas weiter hinten haben es sich die langen und dicken Karotten in einem Pappkarton gemütlich gemacht und schreien förmlich nach erotischen Spielchen. Petra bleibt der Mund offen und ein leises –Wow- entfleucht ihrem oralen Speisezimmer. Neben den Karotten stehen kleine Flaschen mit einem Nussöl, dass man sich auf den Körper streichen und einreiben kann. Hierbei sind der lustvollen Fantasie natürlich keine Grenzen gesetzt, was die Verwendung betrifft. Alles ist eben  möglich.
„Endlich ein Gemüse, was nicht jeden Tag Bier, Zeitung und Kaffee verlangt“, haut Petra lauthals raus und lacht. Genau das ist es, was sie schon lange nicht mehr getan hat. Lachen befreit die Seele und versetzt den ganzen Körper in einen freudig erregten Zustand.  Für Petra bricht eine neue Zeit der Wollust, Kreativität und Selbstfindung an.
© Marlies Hanelt 1.Dezember2014  


  
                       
 



Sonntag, 30. November 2014

--TOBEL WÖLFE IM RACHEFIEBER-- Jäger oder Gejagde?. Neunte Episode aus meinen sati(e)rischen Geschichten



                       


(Fotosponsering by Toni Schiffgens), dem es wieder einmal sensationell gelungen ist, mir ein passendes Bild zu meiner story zu liefern. Daaaanke.

Willkommen auf meinem reichhaltigen,Facettenblog


                     --Haneltmania--


Die NEUNTE EPISODE aus meinen sati(e)rischen Geschichten hält Einzug auf meinem Blog. Tiere rächen sich eben auf ihre ganz individuelle Weise.




EPISODE NEUN   
     Tobel Wölfe im Rachefieber
         Jäger oder Gejagte? 
E
s ist mitten in der Nacht und stockdunkel, so dass man kaum etwas erkennen kann. Nur kleine, extrem helle Scheinwerfer beleuchten das eingezäunte Areal der Hühner und Schweine von Bauer Kovlics Gehöft. In der letzten Zeit haben offensichtlich Wölfe viel Vieh gerissen, um ihren Hunger zu stillen. Bauer Kovlic musste schwere Verluste hinnehmen und hat nun vor, jeden Wolf zu erschießen, der sich dem Gehege nähert. Die Flinte liegt daher immer schussbereit auf seinem kleinen Korridorschränkchen. Als Alarmsignal muss leider sein Hund Apollo herhalten, den er dafür extra vor der Drahteinzäunung angepflockt hat. Jederzeit bereit anzuschlagen, wenn sich ein Tier nähert. Seit diesen Vorfällen schläft Bauer Kovic auch immer angezogen und mit beiden Ohren horchend, um sofort reagieren zu können. Natürlich hat das zur Folge, dass seine Konzentration schon beinahe täglich und merklich nachlässt.  
Im etwas weiter entfernten Tobel  herrscht Totenstille. Der Vollmond wirft sein fahles Licht auf die Wasseroberfläche des kleinen Rinnsals, welches beiderseits von bewaldeten, hohen Hügeln eingerahmt ist und sich darin widerspiegelt. Langsam wird es Herbst, und die Nächte beginnen kühler zu werden. Das Wolfsrudel schläft, bis auf den Leitwolf. Seine Sinne sind extrem geschärft und gieren nach Fleisch. Sollte der Wind günstig stehen und die Gerüche der Zuchttiere von Bauer Kovlic  herüber tragen, wird er die Witterung genüsslich aufnehmen und das Rudel mit lautem Geheule wecken.
Der Wolf Kasimir liegt schon seit vielen Stunden auf der Lauer, als sich endlich der Wind in Richtung Tobel dreht. Kasimir richtet sich auf und beginnt ein jämmerliches, markerschütterndes Heulen, woraufhin die gesamte Wolfsmeute wach wird und es ihm gleich tut. Es schaut aus, als wäre der Vollmond ihr angebetetes Ziel. „Folgt mir!“, blökt Kasimir lauthals. „Der Tisch wird für uns wieder einmal reich gedeckt sein!“. „Macht schon, worauf wartet ihr noch?“, heizt er seine Freunde an, um ihr Jagdfieber zu wecken. „Verdammte träge, faule Säcke!“, bölkt er unaufhörlich weiter und winkt mit der rechten Pfote  in Richtung Farm. „Happi, happi für alle!“. 

Mittwoch, 26. November 2014

-WENN ES DUNKEL WIRD, UND DER MOND HELLE SCHEINT- Horror-Surrealistik aus der Trickkiste


                      
(Logo kreiert mit Paint und Foto Funia)
http://www.photofunia.com/



       Hallo und Willkommen in meinem
                       -FACETTENREICH-

Es erwartet euch diesmal eine 
      
             HORROR-SURREALISTIK
Die, wie soll es auch anders ein, meinem Gehirn entsprungen ist. Et voila




Wenn es dunkel wird, und der Mond helle scheint

Peter ist gerade von einer langen Urlaubsreise in sein trautes Heim zurück gekommen. Ausgeruht und völlig erholt schließt er die Tür seiner Mansardenwohnung auf, um erst einmal die zwei Koffer abzustellen. Es ist spät am Abend, und Peter drückt demzufolge zweimal auf den Lichtschalter des Korridors. Langsam erhellen sich auch die Lampen der zwei Zimmer, da diese mit besagtem Schalter gekoppelt sind und auf einem Stromkreis sitzen. Er hat diese geniale Erfindung bereits beim Patentamt angemeldet, jedoch noch keine Antwort von dieser Behörde erhalten. „Ich werde mir erst einmal ein Bad einlassen und meinen Körper säubern“, redet Peter vor sich hin. Es ist zwar Niemand hier, der ihn hören könnte, aber die Macht der Gewohnheit hat bei ihm schon längst Einzug gehalten.

Entspannt legt sich Peter in das sehr intensiv nach Latschenkiefernöl duftende Badewasser und gibt wohlige Geräusche von sich. Es hört sich an, als würde eine Katze schnurren. In diesem Moment geht in der ganzen Wohnung das Licht aus und Peter sieht noch nicht einmal mehr die Hand vor Augen. Eine tiefe, heisere Stimme ertönt von irgendwo her, als simultan ein Sog einsetzt, der seine Badewanne samt Inhalt versucht in sich hinein zu ziehen. Entsetzliches Poltern, begleitet von monotonem Klappern folgt. Es entwickelt sich das grausamste Szenario, was Peter jemals in seinem Leben erfahren hat. Eigentlich wollte er nur ein Bad nehmen und nicht in einem Horrorfilm die Hauptrolle spielen.
Plötzlich beginnt sich die gut gefüllte Badewanne aus ihrer Verankerung zu reißen und in den Höllenschlund zu bewegen. Erst langsam, dann immer schneller werdend und um die eigene Achse drehend, rast sie mit dem vor Angst erstarrten Peter ins Nirgendwo. Eine Bahnfahrt der besonderen Art nimmt jetzt ihren Lauf. Die tiefe, heisere Stimme beginnt nun fürchterlich laut zu werden. Sie schnalzt und schmatzt unaufhörlich. Es hört sich an, als würde sie nach Peters Körper lechzen. Umgeben von Dunkelheit und nun nicht mehr in der rotierenden Badewanne befindlich, saust Peter auf einen sich materialisierenden, riesigen Mund zu, der von dolchartigen Zähnen gespickt ist, aus dem ein bizarres, höhnisches Gelächter ertönt. Eine bleckende,  vor Gier triefende Zunge schlingt sich um seinen Leib, versucht ihn zu erdrosseln und in den Schlund zu ziehen. „Lieber Gott, lasse  mich wach werden“, betet Peter inständig vor sich hin. „Ich bin bestimmt nur in der Wanne eingepennt und erlebe einen widerlichen Albtraum“. „Zum Teufel, wo bist du, wenn ich nach dir rufe“, schreit Peter nach seinem Erlöser. Keine Antwort.
Abrupt lässt das Ziehen nach, und auch der gespenstische Mund verschwindet. Peter wird aus diesem wabbeligen, mit Speichel gefüllten Schlund geschleudert und auf etwas Hartes katapultiert. Nur sehr langsam öffnet er seine immer noch angsterfüllten Augen und blinzelt. Es ist stockdunkel. Trotzdem erkennt Peter nach kurzer Zeit die Konturen seines Badezimmerambientes. Das Badewasser ist inzwischen lausig kalt geworden und duftet längst nicht mehr so erquickend. Stattdessen befindet sich eine modrige, zähflüssige, nach faulen Eiern stinkende Masse darin. Aus ihr formt sich ein mit Pickeln übersäter Mund, aus dem Eiter trieft. Ein Höllentrip aus dem es schier kein Entrinnen gibt.
Es ist später Abend, und Finsternis macht sich breit. Durch die kleine Dachluke der Badezimmerdecke scheint hell der Vollmond und lächelt.
© Marlies Hanelt 26.November2014